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Maria Hofmann
MARIA HOFMANN · 1958 — heute
Vermächtniskarte Nr. L007

Maria Hofmann

Lehrerin im Ruhestand · Mutter zweier Töchter · Großmutter von Lili (4) und Timo (8). Heidelberg → München · Stadtteil Schwabing seit 1995.
6 Alben12 Interviews10 Notizen8 versiegelte4 Geschichten
02 — Warum ich das tue

«Ich habe 2024 angefangen, mich aufzunehmen, als ich verstand: meine Mutter ist nicht mehr da, und von ihrer Stimme ist mir eine kurze Tonaufnahme von 1991 geblieben. Ich möchte nicht, dass Lili und Timo mich eines Tages in drei Worten suchen, wie ich meine Mutter suche. Das ist kein Tagebuch. Das ist ein langes Gespräch mit jenen, die ich noch nicht kennengelernt habe.»

— Maria, März 2024
03 — Aufnahme-Fortschritt

Was schon aufgenommen ist,
und was ich noch nicht geschafft habe.

Videointerview · 100 Lebensfragen35%
35 von 100 · nächster Block: «Beruf»
Sprachtagebuch100%
10 Aufnahmen · seit 2024
Versiegelte Botschaften100%
8 warten auf ihren Anlass
Fotoalbum mit Vertonung100%
6 Alben · 64 Fotos
04 — Stimme · Tagebuch

10 Aufnahmen,
jede mit ihrem eigenen Adressaten.

Aufgenommen direkt hier — vom Browser, Handy oder Diktiergerät. Wann es passt. Jede Aufnahme erhält eine Zugriffsstufe.
2024-03
«Erster Tag · Zweifel»
familiär1:18
2024-05
«Lili sagt «Oma»»
familiär0:42
2024-07
«Das Lied, das meine Mutter sang»
öffnet sich: ein Anlass, den Lili selbst wählt
versiegelt3:24
2024-09
«Schule, 1981. Meine erste Klasse»
öffentlich2:18
2024-11
«München im Winter»
öffentlich1:48
2025-01
«Timo fragt nach dem Krieg»
familiär4:02
2025-03
«Was ich über Gott denke»
privat5:16
2025-05
«Mutters Strudel-Rezept»
familiär2:24
+ 39 Aufnahmen verfügbar nach Familien-Login
05 — Geschichten

Längere Aufnahmen,
manchmal über mehrere Stunden.

Schliersee, Sommer 1965

öffentlichausführlich

Papa hat mir am Schliersee das Schwimmen beigebracht. Er war vierzig, ich war sieben, und ich hielt mich mit beiden Händen an seinem Hals fest. «Papa, halt mich!» rief ich, wenn das Wasser bis zu den Schultern stand. Er antwortete: «Ich halte dich. Ich werde dich immer halten — auch wenn ich nicht mehr zu sehen bin.» Fünfzig Jahre sind vergangen; er ist 2003 gestorben. Ich höre sein «ich halte dich» bis heute — jedes Mal, wenn die Enkel in Schulbüchern, in der ersten Liebe, in Zweifeln versinken.

Schliersee war damals kein Kurort. Es war ein dunkles Haus mit Strom nur im Keller, einem Holzofen, dem Knarren der Kiefern. Papa ging am liebsten morgens vor der Hitze mit mir ins Wasser. Erst bis zu den Knöcheln. Dann bis zu den Knien. Dann hockte er sich hin und nahm mich unter den Armen. «Lass uns nicht lange fragen — gleich.» Und hob mich ins Wasser.

Ich erinnere mich an den Geruch seiner Haut — nach Tabak, mit etwas anderem, das ich erst später, mit achtzehn, im Geschäft erkannte: das alte Eau de Cologne 4711. Ich erinnere mich, wie er lachte, wenn ich auf seinen Rücken sprang, und flüsterte: «Leise, wir verschrecken die Fische.» Obwohl im Schliersee damals fast keine Fische mehr waren — die wurden am Wochenende von Touristen aus München weggefangen.

An jenem letzten Tag in Schliersee war ich sieben und schwamm schon allein. Papa stand am Ufer mit dem Handtuch. Ich schwamm zu ihm, tauchte, kam wieder hoch, hielt mich für erwachsen. Er rief: «Siehst du, Maria? Ich hab's dir gesagt — du wirst schwimmen.» Ich antwortete nichts. Ich höre dieses «siehst du, Maria?» bis heute — jedes Mal, wenn mir etwas gelingt, von dem ich nicht dachte, dass ich es kann.

Prag und die roten Panzer

familiär

Ich war achtzehn, hatte gerade das Gymnasium abgeschlossen. Tante Lotta kam aus Prag eine Woche nach dem August 68 — mit Fotografien im Mantelfutter. Ich sah sie im Keller des Hauses an und verstand, dass die Welt mehr ist als unser Schliersee.

Berliner Mauer · ich hörte es im Radio

öffentlich

Ich stand in der Küche in Schwabing, kochte Suppe, und aus dem Radio kam: «Die Mauer ist offen». Anne war vier, sie saß auf dem Boden mit Bauklötzen. Ich hob sie hoch, ohne zu erklären warum, und hielt sie. Das ist das Erste, woran sich meine Tochter an mich erinnern wird — wie ich sie umarmt habe, ohne zu erklären warum.

Der Tag, an dem Papa starb

privat

Versiegelt. Diese Geschichte ist nur für mich aufgenommen — um mich daran zu erinnern, wie es war, in meinen eigenen Worten, bevor fremde Worte meine ersetzen.

06 — Versiegelte Botschaften

Acht Briefe in die Zukunft,
jeder wartet auf seinen Anlass.

Sie öffnen sich nur durch genau festgelegte Anlässe. Bis dahin ist der Inhalt für niemanden zugänglich, auch nicht für Maria.
An Lili, meine Enkelin
Anlass: ein Anlass, den Lili sich selbst wählt
Mein Mädchen. Ich nehme das auf, wenn du sechs bist und mich nicht aus den Armen lässt …
An Timo, meinen Enkel
Anlass: wenn du so alt bist, wie du es selbst entscheidest
Ich möchte, dass du das hörst, wenn du schon erwachsen bist, aber noch nicht ganz wie alle.
An Hans, meinen Mann
Anlass: nach meinem Tod
Was mit dem Haus zu tun ist. Was mit dir. Was ich mir wünsche, dass du im Frühjahr machst.
An Anna, meine ältere Tochter
Anlass: nach meinem Tod
Geständnis · 1985. Über das, was ich dir zu Lebzeiten nicht gesagt habe.
An Sophie, meine jüngere Tochter
Anlass: Geburt ihres Kindes
Von der Großmutter — an den künftigen Enkel. Erzähl ihm, wie ich hieß.
An Lili + Timo
Anlass: 100 Jahre seit meiner Geburt · 2058
Botschaft aus 2025 ins Jahr 2058. Ich möchte, dass ihr wisst, wie wir gelebt haben, als es euch noch nicht gab.
An Hans
Anlass: unser 50. Hochzeitstag · 2032
Für dich. In der Küche. Morgens. Ohne andere.
An alle
Anlass: Tod · öffentlicher Abschied
Eine Botschaft, die bei der Beerdigung gelesen wird. Keine Reden. Keine Zeremonien.
07 — Zeitstrahl

Lebenslinie,
nach unten offen.

1958
Geburt in München, Bayern
1976
Gymnasium beendet · Wahl: Lehrerin, nicht Ärztin
1979
Erste Klasse als Lehrerin — III «B»
1982
Heirat mit Hans
1985
Geburt von Anna
1988
Geburt von Sophie
1991
Mutter ist gestorben — Therese Hofmann
2003
Vater ist gestorben — Karl Hofmann
2018
Geburt von Timo (Annas Sohn)
2022
Geburt von Lili (Sophies Tochter)
2024
Entscheidung, sich selbst aufzuzeichnen
2026
läuft · 10 Aufnahmen in zwei Jahren
08 — Familie

Therese und Karl —
Großeltern für Timo und Lili.

Therese Hofmann (1928–1991)
Karl Hofmann (1925–2003)
Maria Hofmann
◉ diese Karte
Hans Hofmann
Anna
Sophie
Timo (Enkel, 8)
Lili (Enkelin, 4)
09 — Fotoalbum mit Vertonung

Fotos ohne Bildunterschriften —
mit ihrer lebendigen Stimme aus dem Off.

Vater · Schliersee, Haus, Fotoapparat
1962–1985
24 Fotos
+ Stimme
1962
1965
1971
1978
1983
1985
Schule · meine Klassen
1979–2018
18 Fotos
+ Stimme
1979
1985
1992
2001
2010
2018
Lili wächst auf
2022—
12 Fotos
+ Stimme
2022
2023
2024
2025
2026
+
Haus in Schwabing
1995–2024
10 Fotos
+ Stimme
1995
2001
2008
2015
2020
2024
10 — Wie ich mich aufnehme

Ohne andere.
In meinem Tempo, nach meinen Regeln.

I
Ich nehme auf, wann es passt

Fünf Minuten vor dem Schlafengehen mit dem Telefon. Eine Stunde beim Mittagessen mit dem Laptop. Vier Stunden am Sonntag mit dem Diktiergerät in der Küche. Alles fließt in eine Karte zusammen, in einen Zeitstrahl.

iOS · Android · Web · Upload
II
Ein Begleiter hält die Struktur

Hundert vorbereitete Lebensfragen — Kindheit, Familie, Beruf, Verluste, Liebe. Wenn ich vom Thema abweiche, widerspricht er nicht. Wenn ich die nächste will, hat er sie sich gemerkt. Kein Interviewer; eher ein Katalogisierer.

100 Fragen · KI-Katalogisierer · keine Unterbrechungen
III
Ich verwalte die Anlässe selbst

Versiegelte Botschaften, Vertrauenspersonen, Datenschutz-Stufen. Keine Mittler zu Lebzeiten. Nur wenn ich nicht mehr da bin — bestätigen zwei von drei Vertrauenspersonen, und die Karte öffnet sich nach den Regeln, die ich vorher festgelegt habe.

Anlässe · 4 Stufen · Zwei-von-Drei-Bestätigung

«Ohne andere — das ist wahrscheinlich das Wichtigste. Ich nehme auf, niemand hört zu bis zu dem Moment, den ich selbst gewählt habe. Auch wenn dieser Moment — niemals ist.»— Maria

11 — Zugang nach meinem Tod

Wer den Schlüssel bekommt,
und in welchem Umfang.

Hans, mein Mann
Vollzugang
nach meinem Tod
Verwalter des Archivs
Anna, ältere Tochter
Vollzugang
nach meinem Tod
Sophie, jüngere Tochter
Vollzugang
nach meinem Tod
Timo, Enkel
Nur Adressiertes
wenn er es selbst wählt · ab 2036
Video für ihn
Lili, Enkelin
Nur Adressiertes
ein Anlass, den sie selbst wählt
Audio + Strudel-Rezept
Per Link
Öffentlicher Teil
jetzt
Biografie, öffentliche Geschichten, 4 Geschichten

Der Anlass «nach meinem Tod» wird von zwei von drei bestätigt — Hans, Anna oder Sophie. Die Plattform entscheidet nicht allein. Ohne doppelte Bestätigung bleibt die Karte privat — für immer.

12 — Datenschutz-Stufen

Vier Stufen.
Ohne sie sich ehrlich aufzunehmen — geht nicht.

Öffentlich

Sieht jeder mit dem Link. Biografie, öffentliche Geschichten. Beispiel: Schliersee 1965.

Familiär

Sehen Angehörige zu Marias Lebzeiten. Tagebuch, Alltagsaufnahmen, Strudel-Rezept.

Versiegelt

Öffnet sich durch einen genauen Anlass. Bis dahin verschlossen für alle. Beispiel: ein Anlass, den Lili sich selbst wählt.

Privat

Nur Maria. Wird nie veröffentlicht, auch nicht nach dem Tod. Trainingsmaterial, Unfertiges.

Möchten Sie es auch?
Sich selbst aufnehmen — solange Sie hier sind.

Selbstgesteuerter Dienst. Ohne Mittler, ohne festen Zeitplan. Ihr Tempo, Ihre Zugriffsregeln.

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